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Frauen in Afrika: Unterwerfung, Polygamie

Verantwortlicher Autor: Flavio Gorni Journalist, 23.06.2024, 17:44 Uhr
Presse-Ressort von: Flavio Gorni Bericht 3559x gelesen
Frauen in Afrika: Unterwerfung, Polygamie und der Kampf
Frauen in Afrika: Unterwerfung, Polygamie und der Kampf   Bild: Flavio Gorni

Journalist [ENA] Frauen in Afrika: Unterwerfung, Polygamie und der Kampf um Würde In vielen afrikanischen Gesellschaften sind die Unterwerfung der Frauen unter die Männer und die Praxis der Polygamie tief verwurzelt. Tradition und soziale Normen weisen den Frauen oft eine untergeordnete

Frauen in Afrika: Unterwerfung, Polygamie und der Kampf um Würde In vielen afrikanischen Gesellschaften sind die Unterwerfung der Frauen unter die Männer und die Praxis der Polygamie tief verwurzelt. Tradition und soziale Normen weisen den Frauen oft eine untergeordnete Rolle zu, in der ihre Stimmen erstickt und ihre persönlichen Freiheiten eingeschränkt werden. Diese Realität ist jedoch nicht auf dem gesamten Kontinent einheitlich, sondern variiert erheblich zwischen den verschiedenen Ländern und Gemeinschaften.

Polygamie ist eine weit verbreitete Praxis in vielen Regionen des subsaharischen Afrikas. In Ländern wie Nigeria, Kenia und Südafrika können Männer mehrere Frauen heiraten, oft ohne deren Zustimmung. Diese Situation schafft ein Umfeld, in dem Frauen gezwungen sind, um die Aufmerksamkeit und Ressourcen des Ehemannes zu konkurrieren, was einen Kreislauf der Abhängigkeit und Unterwerfung aufrechterhält.

In vielen Kulturen kann eine Frau gegen ihren Willen mit einem Mann verheiratet werden, ohne Möglichkeit zur Rebellion oder Rechtssuche. Lokale Gesetze schützen oft diese Praktiken, was es den Frauen erschwert, rechtlichen Schutz oder eine Scheidung zu erhalten. Polygamie wird somit für viele zu einem unsichtbaren Gefängnis, das ihnen das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung nimmt.

Der harte Alltag Das tägliche Leben der Frauen in vielen Teilen Afrikas ist von Opfern und schweren Verantwortungen geprägt. In einigen traditionellen oder ländlichen Kontexten wird erwartet, dass sich die Frauen den traditionellen Geschlechterrollen fügen, wie etwa dem Gehorsam gegenüber Ehemännern oder männlichen Verwandten und der Übernahme des Großteils der häuslichen und kindererzieherischen Pflichten. Einige religiöse oder kulturelle Praktiken können diese Geschlechterrollen verstärken und von den Frauen Gehorsam erwarten, wie in einigen Interpretationen des Islam oder Christentums.

Die Männer hingegen ziehen sich in vielen Fällen aus den häuslichen Pflichten und den Bedürfnissen der Kinder zurück, sodass die Frauen alles bewältigen müssen, von der Kinderbetreuung über die Hausarbeit bis hin zur Feldarbeit. Diese Realität trägt zu einem Kreislauf der Armut und mangelnder Chancen für Frauen bei. Ohne Zugang zu Bildung und wirtschaftlichen Ressourcen können viele Frauen den Kreislauf der Unterwerfung und Abhängigkeit nicht durchbrechen. Ihre geistige und körperliche Gesundheit leidet stark, mit hohen Raten an Depressionen, Angstzuständen und anderen stressbedingten Krankheiten.

Die doppelte Bedrohung durch Rassismus und Online-Ausbeutung Als ob das nicht genug wäre, sehen sich viele afrikanische Frauen auch der Bedrohung durch Rassismus und Online-Ausbeutung gegenüber. Oftmals versuchen Einzelpersonen, meist aus dem Westen, afrikanische Frauen über das Internet für sich zu gewinnen, indem sie mit ihren Hoffnungen spielen und ihre Verletzlichkeit ausnutzen. Diese Männer täuschen romantisches Interesse vor, nur um sie dann zu verlassen oder auszunutzen, was den bereits belasteten Frauen weiteres Leid und Misstrauen bringt.

Ein Hoffnungsschimmer: Die Widerstandsfähigkeit der afrikanischen Frauen Trotz der enormen Schwierigkeiten zeigen afrikanische Frauen eine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit. Feministische Bewegungen und Frauenrechtsorganisationen entstehen auf dem gesamten Kontinent, kämpfen für Veränderung und bemühen sich, die Ketten von Tradition und Diskriminierung zu durchbrechen. Länder wie Ruanda und Ghana haben bedeutende Fortschritte bei der Stärkung der Frauen gemacht, indem sie gerechtere Gesetze fördern und mehr Bildungschancen und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Situationen nicht repräsentativ für alle afrikanischen Kulturen oder Gesellschaften sind und dass viele afrikanische Frauen aktiv daran arbeiten, diese Normen herauszufordern und zu ändern. Die Geschichten des Mutes dieser Frauen sind ein Zeugnis ihrer Stärke. Frauen wie Leymah Gbowee, Friedensnobelpreisträgerin, und andere Aktivistinnen inspirieren eine neue Generation, für ihre Rechte und eine bessere Zukunft zu kämpfen.

Fazit: Ein Aufruf zum Handeln Die Situation der Frauen in Afrika ist komplex und variiert von Region zu Region. Dennoch bleiben Unterwerfung, Polygamie und Ausbeutung kritische Themen, die weltweite Aufmerksamkeit erfordern. Es ist wesentlich, dass die internationale Gemeinschaft zusammen mit den lokalen Regierungen und Nichtregierungsorganisationen die afrikanischen Frauen in ihrem Kampf um Würde und Gleichberechtigung weiterhin unterstützt.

Ihre Herausforderungen anzuerkennen und ihre Stimmen zu verstärken, ist ein entscheidender Schritt, um eine Zukunft zu schaffen, in der jede Frau, unabhängig von ihrem Hintergrund, frei und mit gleichen Rechten leben kann. Afrikanische Frauen sind nicht nur Opfer; sie sind Protagonistinnen ihrer Geschichte und verdienen unsere Unterstützung und unseren Respekt. Flavio Gorni

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